Trennen – lieber nicht!

Opernband

Auf der Buchmesse unterhielt ich mich mit einem großen Literaturverleger über schön ausgestattete Bücher und warum E-Books trotz aller Vorteile nie daran heranreichen würden.

Klar, gab ich zu, in der Haptik sind sie unschlagbar. Aber ich muss doch, wie Sie, viel lesen, ich kann nicht alles mitnehmen.

Naja, sagte er, die Kollegin von der Zeit ist immer mit dem Rollkoffer unterwegs. Darin sind fast nur Bücher. Aber ich gebe zu, ich lese auch viel auf dem Kindle. Aber an eines werde ich mich nicht gewöhnen: Die Worttrennungen! Das scheint eine nicht zu heilende Krankheit zu sein. Lauter lustige Wortneuschöpfungen bei den Umbrüchen.

Am Nachmittag schaute ich mich bei den ausländischen Ausstellern um. Handwerklich vollendet ausgestattete Werke lagen dort aus. Die Seiten dufteten gut, die Farben der Photographien leuchteten. Beim Blättern kam es mir vor, als verbänden sich die Hände mit den Darstellungen. Dann lachte ich laut auf.

In einem  exquisit ausgestatteten Band über Opernhäuser der Welt mit großformatigen Fotos und einer ausgewählten Typografie stieß ich auf einer Doppelseite und las:

Fests-pielhaus

Nun wusste ich: Die E-Book-Krankheit machte vor nichts halt, auch nicht vor diesen wunderbar kuratierten Meisterwerken der Buchkunst.

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Veröffentlicht von

Rechtsanwalt und Verleger, 1963 in Köln geboren, Buchautor, Leser und Sportler.

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